In Deutschland unterstützen wir vorwiegend Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte aus den westafrikanischen Ländern sowie andere Regionen der Welt, die in schwierig soziale, gesundheitliche, politische oder wirtschaftliche Situationen geraten sind. Unser Verein bietet Beratung zu rechtlichen Fragen, Projekte zur Arbeitsmarktintegration, (fachspezifische) Deutschkurse und anderen Angebote an. Wir unterstützen junge Menschen dabei einem Studium oder einer qualifizierten Berufsausbildung nachzugehen.

In Afrika allgemein, überwiegend in Westafrika, wollen wir den Menschen durch gezielte und nachhaltige Projekte mit lokalen Partnerorganisationen eine Lebensperspektive geben. Ziel dieser Projekte ist es, die irreguläre Flucht- und Migrationsbewegung von Geflüchteten entgegenzuwirken und reguläre Migration zu fördern.

Durchstarten in Ausbildung und Arbeit

Mit der Initiative „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ hat das Land NRW ein Programm für junge, geduldete Menschen ins Leben gerufen, die keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugang zu Förderung und zu Integrationskursen haben. Künftig können sie durch die Initiative erstmals an Angeboten zur Integration in Arbeit und Ausbildung teilnehmen.

Mit insgesamt sechs Förderbausteinen werden ihre Bildungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungschancen bedarfsorientierter und nachhaltiger gestaltet.

Bei den sechs Bausteinen handelt es sich im Einzelnen um:

  1. Jobcoaching, 2. Berufsbegleitende Qualifizierung, 3. Nachholen des Hauptschulabschlusses Schul-, ausbildungs- und 4. berufsvorbereitende Kurse sowie Jugendintegrationskurse 5. Innovationsfonds (wird nicht durch die Kommune beantragt) 6 . Teil-habemanagement (bereits in Durchführung/ Landesinitiative Gemeinsam klappt’s)

Unser Verein in Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, dem Ministerium für Kinder, Flüchtlinge, Familie und Integration des Landes NRW, sowie dem Verein Migrafrica berät und aktiviert seit Anfang Oktober 2020 im Rahmen von Baustein 5 junge geduldete mehrheitlich mit afrikanischen Migrationshintergrund zu den oben genannten Themen. Das Projekt wird bis ende 2022 implementiert.

“Yereta – Folo“ Selbstständigkeit fördern – Digitalisierung schulen 2020

Jama Nyeta e.V. unterstützt junge Migranten/Geflüchtete mehrheitlich aus Westafrika, aber auch andere Migranten, die in Deutschland ihre Heimat gefunden haben. Wir beraten und unterstützen zum Thema Integration und vermitteln Praktikumsplätze, Therapiezentren, Arbeitsplätze. Wir begleiten sie bei Behördengängen. Darüber hinaus wollen und werden wir unsere persönlichen Erfahrungen im Integrationsprozess mit anderen teilen. Insbesondere junge Menschen mit Migrationshintergrund im Übergang von Schule in den Beruf und junge Menschen aus der Mehrheitsgesellschaft in sozialen Schwierigkeiten benötigen eine besondere Aufmerksamkeit. Die Teilhabe an Bildung und Entwicklung, auch in digitaler Form, ist für diese Altersgruppen ungeachtet der individuellen Herkunft eine besondere Herausforderung. Aus diesem Grund bietet Jama Nyeta e.V. ab August 2020 und zwei Mal/Woche (montags und mittwochs: 10:00 bis 14:00 und donnerstags: 10.00-14.00 bis Ende 2020) für die oben genannten Zielgruppen ein Beratungs- und Qualifizierungsangebot. Dieses Angebot macht die Teilnehmende fit für die Teilhabe an digitalen und analogen Bildungsangeboten. Erstellen von E-Mail-Zugängen, online Registrierungen in gängigen Kommunikationsplattformen, sowie Schulungen im Umgang diesen, stehen genauso im Fokus, wie die Vermittlung in außerschulische Angebote der Gesundheitsförderung und kulturelle Teilhabeangebote. 10 Teilnehmende nehmen zweimal wöchentlich je 4 Stunden kostenlose Computerkurse über den Zeitraum von einem Monat an unseren Workshops in der Koblenzer 11, 50968 Köln teil. Geplant sind vorerst 12 Durchläufe, also die Begleitung von rund 120 Menschen mit Migrationsgeschichten.

Wir bedanken uns bei Aktion Neue Nachbarn für die freundliche Unterstützung!

Durch diese Workshops erhoffen wir die „erfolgreiche“ Qualifizierung von der oben genannten Zielgruppe hinsichtlich analog sowie digitale Teilhabe an den Maßnahmen.

 

“Sini Nyesigi“ Umwelt 2.0  (2020)

 Das Projekt “Sini Nyesigi“ hat zum Ziel, Geflüchteten sowie andere Menschen mit Migrationshintergrund, Einblicke in Themen der nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales zu bieten. Die Zielgruppe soll sprech- und kultursensibel für Themen der nachhaltigen Entwicklung sensibilisiert werden, ein Bewusstsein für deren Relevanz entwickeln und Strategien für eine alternative Lebensführung kennenlernen.

In diesem Projekt konnten wir 30 Teilnehmende mit westafrikanischer Flucht- und Migrationsgeschichte, überwiegend aus Mali, gewinnen. Die Kurs-, Seminar-, und Workshopsangebote wurden entsprechend sprachsensibel angeboten.  Die Inhalte auf Deutsch wurden stets in die Sprache Bambara/ Französisch übersetzt, um Verständnis bei den Teilnehmenden zu gewährleisten.

Der Umweltkurs bestand aus fünf Modulen zu den Themenbereichen Umwelt und nachhaltige Entwicklung mit Bezug auf die „Sustainable Development Goals“. In interaktiven und multimedialen Seminaren, Ausflüge sowie Workshops haben die Projektteilnehmenden ihr vorhandenes Wissen in Themen der nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales entwickeln, lernten globale Zusammenhänge der Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels kennen sowie Lösungsansätze, um ihr Leben nachhaltig zu gestalten zu können. Auf dieser Weise haben wir auch Multiplikator*innen für eine nachhaltige Entwicklung fortgebildet. Aktivitäten wie das Herstellen von verpackungsfreier Naturkosmetik und Exkursionen wie der Besuch eines ökologischen Bauernhofs und einer Imkerei ergänzten den theoretischen Input des Kurses und verfestigten das erlernte Wissen durch erlebbare Praxis.

Fester Bestandteil der Seminare war stets eine nachhaltige Verpflegung westafrikanische Küche (Bio, bevorzugt saisonal und regional sowie fair trade), die viele zum Nachkochen anregte.

 

Begleitung und Unterstützung

In unserem Projekt “Nyeta 2.0” bieten wir fortlaufend Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte eine offene Einzelberatung zu alltäglichen Fragen an. Für viele geflüchtete Menschen stellt insbesondere die Sprachbarriere ein zentrales Problem bei der Inklusion dar. Vor allem jungen Menschen aus afrikanischen Ländern ohne Schulausbildung stehen kaum Dolmetscher*innen zur Verfügung. Daraus folgen Verständigungsschwierigkeiten bei diversen Ämtern und im Gesundheitssystem und ein Informationsdefizit bezüglich Sprachkurs-Angeboten, der Wohnungssuche und diversen Integrationsmaßnahmen.

Wir bieten dieser Zielgruppe Orientierung, an welche zuständige Behörde sie sich mit ihren unterschiedlichen Anliegen wenden können und begleiten sie bei Bedarf bei den verschiedenen Behördengängen.

Freiwillige helfen Freiwilligen

In Kooperation mit dem katholischen Bildungswerk und dem Caritasverband haben sich am 12. Mai 2016 im Domforum Köln viele Vereine mit den Regionalschwerpunkten Afrika, Asien und Lateinamerika zusammengeschlossen und eine Veranstaltung für Geflüchtete aus aller Welt organisiert, um sich zu vernetzen und Geflüchtete in NRW gemeinsam zu unterstützen. Diese Vereine sind häufig die erste Anlaufstelle für neu Zugewanderte und sie setzen sich in erster Linie für die Belange und Interessen der neu Ankommenden ein. Die Mitglieder aus rund zehn Migrantenselbstorganisationen aus Eritrea, Äthiopien, Mali und dem Irak sind als kulturelle und sprachliche Übersetzer für die Zusammenarbeit mit Willkommensinitiativen tätig.

Bei den Vernetzungstreffen gab es musikalische und tänzerische Aufführungen, kulinarische Buffets und es wurden Informationen zu den verschiedenen Herkunftsländern vermittelt. Dies stellte auch eine Gelegenheit für deutschsprachige Engagierte in der Flüchtlingsarbeit dar, hilfreiche Kontakte zu knüpfen.

Netzwerktreffen in Ingelheim

Seit sieben Jahren besteht das bundesweite “Netzwerk Mali” für Nichtregierungsorganisationen (NROs), die in Mali tätig sind. Bei den jährlichen Netzwerktreffen werden Erfahrungen ausgetauscht und so die Grundlage für wechselseitige Unterstützung geschaffen. Bei dem Netzwerktreffen 2017 in der Fridtjof Nansen-Akademie in Ingelheim mit etwa 15 Teilnehmenden NROs, waren wir Co-Organisator zusammen mit dem Verein Mali-Hilfe e.V. Neben kulturellen Programmpunkten mit malischer Musik und Berichten über Solar-Projekte gab es einen Benefizlauf und eine Podiumsdiskussion über Entwicklungszusammenarbeit. Die Veranstaltung war mit rund 200 Teilnehmenden und der Teilnahme des malischen Botschafters und Mitarbeitenden von Engagement Global ein voller Erfolg.

Katastrophenhilfe

Nach den politischen Unruhen in Mali im Jahr 2012, bei dem bewaffneten Rebellen versucht haben die Regierung zu stürzen, mussten viele Menschen ihre Heimatdörfer im Norden des Landes verlassen und befinden sich seitdem teilweise immer noch auf der Flucht. Den Menschen fehlt es akut an Basisversorgung wie Nahrung, Medikamente und Bekleidung. Für eine lokale Initiative in Mali organisierten wir Spendengelder in Höhe von 8000 €, wodurch die akute Grundversorgung und der Transport in die Hauptstadt von etwa 50 Bedürftigen gesichert werden konnte. So konnten die Menschen die sicheren Gebiete im Süden erreichen.

Unterstützung für Menschen mit Behinderungen

In Mali gibt es keine staatliche Unterstützung für Menschen mit Behinderung. Die Menschen sind auf die Unterstützung von Familie und Freunde angewiesen. Wenn diese Unterstützung fehlt, müssen die Menschen oftmals auf der Straße leben. Der Verein hat deswegen im Jahr 2015 lokale Initiativen, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzen, durch eine Spende von 45 Rollstühlen und weiteren Gehhilfen, gezielt unterstützt. Seitdem wurden über 50 Personen bei dem (Rück-)Erlangen ihrer Mobilität unterstützt.

Unterstützung für ein SOS-Kinderdorf in Sanankoroba

In dem SOS-Kinderdorf in Sanankoroba in der Nähe der Hauptstadt leben etwa 150 Waisenkinder, denen es oftmals an der Grundversorgung mangelt. Die Initiative hat etwa fünfzehn Sendungen mit Kleidung, Medikamenten und Spielzeugen geschickt, wodurch etwa 80 Waisenkinder unterstützt werden konnten. Über das Projekt wurde auch im staatlichen Fernsehen von Mali berichtet.